De l’autre côté
01.03.2026
finden. Im Januar folgte eine Grippewelle mit Fieber, Kopfweh, Stimmlosigkeit – zwei Ensemblemitglieder erwischte es gar mit Lungenentzündung.
Und als wäre das nicht genug, machte auch die Technik Probleme. Die Anschlüsse befinden sich bei der Bühne, in der Saalmitte und auf der Galerie. Bisher hatten wir immer jene in der Saalmitte genutzt. Doch diesmal spielte dort die Band, also mussten wir erstmals auf die Galerie ausweichen. Prompt gab es kein Ton- und kein Beamer-Signal – Letzteres war für den Karaoke-Teil essenziell.
Ein Techniker der Installationsfirma wurde aufgeboten, erwies sich jedoch als wenig erfahren in unseren Bedürfnis-sen. Er sprach von einem zusätzlichen Kabel zwischen Saalmitte und Galerie – und verschwand, um eines zu ho-len. Nur: Ein 15 Meter langes Kabel verursachte zu grossen Leistungsabfall. Es funktionierte immer noch nicht – und die Zeit drängte.
Zum Glück haben wir einen findigen Bühnenbauer mit technischem Verständnis. Eine Woche vor der Premiere ent-deckte er ein defektes Gerät, das dem Techniker entgangen war, und überbrückte es kurzerhand. Die eigentliche Ursache des Problems war dann fast schon absurd einfach: Im Hauptschrank musste lediglich von «Saalmitte» auf «Galerie» umgesteckt werden!
Wenige Tage vor der Hauptprobe funktionierten Ton und Beamer endlich – und trotz aller Rückschläge, Krankheiten und Pannen schafften wir es, sämtliche Vorstellungen ohne Abstriche für das Publikum durchzuziehen. Ein riesiger Dank an unsere Crew – was für eine Leistung!»
Dumm gloffe – wenn alles anders kommt
Sofort begann das Gedankenkarussell: Absagen? Unmöglich! Ausgerechnet für diese Vorstellung war ein Firmenan-lass mit 40 Gästen angekündigt. Also musste eine Lösung her. Schliesslich blieb nur eine Möglichkeit – ich selbst, die Regisseurin, würde die Rolle übernehmen, notfalls mit Textbuch in der Hand.
Damit war die Rettung zwar in Sicht, aber neue Probleme taten sich auf: Während der Aufführung musste ich eigent-lich auch eine Drohne starten – das gehörte zur Inszenierung. Also sprang mein Partner ein, der sich in kurzer Zeit mit der schwierigen Steuerung vertraut machen musste. Es war ein älteres, ziemlich eigenwilliges Modell, und er verbrachte etliche Stunden damit, die Bedienung zu üben.
Ein anderes Mal hätte ich zusätzlich noch die Technik übernehmen müssen, also wurde einer meiner Söhne kurzer-hand als weitere Notlösung engagiert. Improvisation wurde zum Leitmotiv dieser Produktion.
Am Aufführungstag informierten wir das Publikum offen über den Unfall, hängten ein Plakat auf und senkten den Eintrittspreis etwas. Das Stück hiess Dumm gloffe – treffender hätte der Titel kaum sein können.
Wenn die Bühne zu gross gerät
«Der Bühnenbau hat in unserem Verein seit jeher einen hohen Stellenwert. Ein engagiertes Team greift jedes Mal mit Leidenschaft zu Hammer und Zange – und scheut auch vor aufwändigen Konstruktionen nicht zurück.
Bei einer früheren Produktion wurde das Bühnenbild aus organisatorischen Gründen in einer externen Halle gebaut. Als es kurz vor der Premiere ins Theater gezügelt werden sollte, kam das böse Erwachen: Das prachtvolle Werk war schlicht zu gross – es passte nicht auf die Bühne!
Kurz herrschte Ratlosigkeit, dann wurde angepackt. In langen Nächten wurde gesägt, geschraubt und improvisiert, bis alles doch noch passte. Die Mühe lohnte sich: Zur Premiere stand das Bühnenbild in voller Pracht – und die Aufführung wurde ein grosser Erfolg.»
Zusammengestellt und redaktionell bearbeitet von Tatiana Troxler.
Herzlichen Dank an alle, die ihre Einblicke und Erfahrungen mit uns geteilt haben.
Trotz aller Hindernisse verlief der Abend erstaunlich gut. Das Publikum reagierte mit Verständnis und Applaus, auch wenn manche irritiert waren, dass plötzlich eine Frau in einer Männerrolle stand. Für die Spielpartnerin bedeutete das eine zusätzliche Herausforderung – sie musste sich kurzfristig auf ein neues Gegenüber einstellen.
Am Ende blieb das Gefühl: Wir hatten Glück im Unglück. Doch eines steht fest – so etwas möchte ich kein zweites Mal erleben.»
Paru dans N° 1/2026 — mars, page 27.