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Die finanzielle Situation der Schweizer Theater

Text: Katrin Brunner

01.09.2025

Die finanzielle Situation der Schweizer Theater

Die Szene der Schweizer Profitheater ist vielfältig – und finanziell komplex. Zwischen staatlicher Unterstützung, privaten Sponsoren und den Herausforderungen eines sich wandelnden Publikumsverhaltens bewegen sich die Häuser in einem Spannungsfeld, das zunehmend unter Druck gerät.

Öffentliche Förderung als Rückgrat

Ein großer Teil der Finanzierung der Schweizer Theater stammt aus der öffentlichen Hand. Bund, Kantone und Gemeinden stellen jährlich erhebliche finanzielle Mittel zur Verfügung, um Kulturbetriebe am Laufen zu halten. Besonders städtische Bühnen wie das Schauspielhaus Zürich, das Theater Basel oder das Luzerner Theater profitieren von struktureller Förderung. Diese Subventionen sichern nicht nur den Spielbetrieb, sondern ermöglichen auch künstlerische Experimente und die Nachwuchsförderung.

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gesellschaftliches Engagement. Doch der Zugang zu solchen Mitteln ist nicht gleich verteilt – kleinere oder experimentelle Bühnen tun sich schwer, entsprechende Partnerschaften einzugehen.

Herausforderungen nach der Pandemie

Die Corona-Pandemie hat die Theaterlandschaft stark getroffen. Wie auch die Amatheurbühnen litten viele Profi-Bühnen unter sinkenden Zuschauerzahlen, abgesagten Vorstellungen und erhöhtem organisatorischen Aufwand. Zwar wurden Nothilfen bereitgestellt, doch die finanziellen Folgen sind immer noch Unterschiede bei Regionen und Angebot spürbar. Der Rückgang des Publikums – insbesondere fehlen jüngere Zuschauende – hat Je nach Kanton fallen die Förauch strukturelle Fragen dermodelle unterschiedlich aufgeworfen: Wie muss sich aus. Während einige Kantone Amatheurbühnen wie Profi-Theater sind Theater heute aufstellen, wie ihre Theaterhäuser grosszügig gefordert. Sie müssen sich den gegebesoll das gezeigte Programm unterstützen, kämpfen kleinere aussehen, um relevant und nen Situationen und dem sich verändernoder ländlichere Theaterbetriebe wirtschaftlich tragfähig zu teilweise um ihre Existenz. 2023 den Publikumsgeschmack anpassen: bleiben? wurden in der Stadt Zürich 59

Sie müssen wirtschaftlich effizienter, pu-

Gesuche von Tanz- und TheaKostensteigerungen und blikumsnäher und innovationsfreudiger terbetrieben um Fördergelder Sparzwänge gestellt. 55 davon wurden gutagieren – Und dies, ohne dabei aber ihre Steigende Energiepreise, geheissen. Damit gehen auch Mieten und/oder höhere künstlerische «Seele» zu verlieren. die gestiegenen Kriterien einher. Personalkosten setzen die Gendern und sexuelle AusrichBudgets zusätzlich unter tungen der Handlungen sind Druck. Einige Häuser mussten bereits Produktionen kürzen, aktuell aber vermehrt noch Themen in urbanen Kulturzentren. Ensembles verkleinern oder Projekte streichen. Gleichzeitig Private Mittel und Sponsoring wächst der Anspruch an Diversität, Digitalisierung und Neben der öffentlichen Förderung spielen private Geldgeber, Nachhaltigkeit – all das verlangt zusätzliche Mittel, die nicht Stiftungen und Sponsoren eine immer grössere Rolle. Unterimmer zur Verfügung stehen. nehmen unterstützen insbesondere grössere Häuser oder presEin Beispiel wie ein Theaterbetrieb unter Druck kommen kann tigeträchtige Produktionen, oft mit Blick auf Imagepflege und ist das Stadttheater Luzern. Im Februar lehnten knapp 58 Pro-

Paru dans N° 3/2025 — septembre, page 26.