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Événement

Wenn kurz vor der premiere

B B B S DE L’AUTRE CÔTÉ Theater ist kein Ort des Routine - jede Produktion ist ein Wagnis

01.03.2026

Wenn kurz vor der premiere

Manchmal zeigt sich wahre Theaterkunst nicht auf der Bühne, sondern davor – in den Momenten, in denen alles ins Wanken gerät. Nach dem ersten Teil in der Novemberausgabe erzählen auch im zweiten Teil die folgenden Geschichten von Leidenschaft, Improvisation und der unerschütterlichen Überzeugung, dass Theater weitergehen muss – selbst wenn kurz vor der Premiere alles anders kommt.

Theater in extremis

Das Leben schreibt zuweilen die härtesten Theatergeschichten. Dieser Verein hat eine besondere Resilienz entwi-ckelt: In einem Stück brach während einer Aufführung ein Hauptdarsteller auf der Bühne zusammen – er verstarb kurz darauf. Die Vorstellung musste abgebrochen werden. Doch schon wenige Tage später gelang es der Truppe, mit Unterstützung einer befreundeten Bühne einen Ersatz zu finden, und die restlichen Aufführungen konnten wie geplant stattfinden.

Ein anderes Mal, kurz vor Beginn einer ausverkauften Vorstellung, fehlte plötzlich ein wichtiger Mitspieler – er hatte schlicht das falsche Datum notiert und konnte nicht erreicht werden. In letzter Minute entschied sich die Regisseurin, selbst einzuspringen. Mit Unterstützung des Teams eignete sie sich den Text in kürzester Zeit an – das Experiment gelang, das Publikum applaudierte begeistert.

Auch in einer weiteren Produktion kam es kurz vor der Derniere zu einem Ausfall: Ein Ensemblemitglied musste mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Spital. Der Regisseur sprang kurzerhand ein und lernte seinen Text in drei Tagen – das Publikum merkte nichts davon.

Und selbst das reichte der Theatergeschichte noch nicht: In einer anderen Produktion fiel ein Schauspieler während der Proben aus gesundheitlichen Gründen aus. Der Regisseur übernahm die Rolle – und als wenige Tage

vor der Premiere auch der Hauptdarsteller ins Spital musste, spielte das Ensemble Haupt- und Generalprobe ohne ihn. Am Tag der Premiere wurde der Schauspieler aus dem Spital entlassen und stand am Abend tatsächlich auf der Bühne – als wäre nichts gewesen.

Die Bühne bleibt trotz allem hell

«Solange du nicht waagerecht von der Bühne getragen wirst, geht’s», hiess es früher im Verein. Lustig findet man den Spruch inzwischen eher nicht mehr. Schon Menschen mit Hexenschuss oder MagenDarm-Grippe standen auf dieser Bühne. In den vergangenen Jahren wurde diese Truppe gleich mehrfach auf die Probe gestellt: Einmal blieb der Strom aus, weil die Vermieterin die Rechnungen nicht bezahlt hatte, dann kam Corona. Eine Regisseurin verliess wutentbrannt die Proben, Mitspielende erkrankten während der Aufführungen – und zuletzt traf der Verein zwei To-desfälle kurz vor dem Probenstart. Die letzten Monate waren hart. Der Verlust dieser zwei langjährigen Mitglieder, die immer voller Energie waren, hat Spuren hinterlassen. Doch Schritt für Schritt kehrt der Mut zurück. Heute hängen im Probelokal zwei Fotocollagen der Verstorbenen – ein stilles Zeichen, dass sie weiterhin Teil des Ensembles bleiben.

Auf die Zähne beissen – und weiterspielen

In all den Jahren musste dieser Theaterverein

Paru dans N° 1/2026 — mars, page 24.